Gesundheit und Bewegung

Blogeintrag David Böhl

Gesundheit
Was verstehen wir unter Gesundheit?

Ist man gesund, wenn man Mitglied eines Fitnessstudios oder eines Sportclubs ist? Ist man gesund, wenn man auf dies oder jenes Essen verzichtet? Ist man gesund, wenn man ein gewisses Normgewicht (BMI) besitzt?

Ich könnte noch tausende dieser Fragen formulieren und ich hoffe Sie haben Verstanden vorauf ich hinaus will. Denn die Antwort auf die obigen drei Fragen ist immer: „Nein!“.

In unserer modernen Gesellschaft regiert das „wenn“, aber heißt es denn, WENN ich in einem Fitnessstudio angemeldet bin, dass ich auch wirklich dort trainiere oder ob dieses Training überhaupt Gesund für mich ist? Des Weiteren dient dieses WENN auch immer als Ausrede für alles: „Wenn ich nur die Zeit hätte….“ „Wenn ich keine Schmerzen hätte…“ Wenn der Sommer nicht so warm wäre“ „ Wenn ich das Bier nicht getrunken hätte..“.
Alles nur faule Ausreden des inneren Schweinehundes gegen den jeder Mensch anzukämpfen hat. Nur manche Menschen gehen mit diesem Hund ihr ganzes Leben lang Gassi und hetzten ihn auf alle Angriffe von Außen gegen das eigene Ich. Andere hingegen schaffen es ihn in einem kleinen Zwinger im Keller zu verstecken. Ich möchte Ihnen hier helfen ihren Schweinehund auch zu bezwingen im Bezug auf das Thema Gesundheit. Für den Anfang versuchen wir ihn leiser bellen zu lassen.

Einer der häufigsten Gründe für die Unzufriedenheit eines Menschen ist sein Gewicht, jedenfalls dann wenn er zu viel unerwünschte Kilos am Körper trägt.
Aber ist man gesünder wenn man weniger Kilos hat oder noch viel wichtiger, ist man dann endlich glücklich?
Der erste Schritt ist logisch. Man beginnt eine Diät und meldet sich im Fitnessstudio an, wo man sich ab jetzt 4x die Woche eine Stunde auf dem Cross Trainer abrackert und völlig erschöpft abends ins Bett fällt, da man wegen der Diät ja auch nichts mehr essen darf. Spätestens in der zweiten Woche ist Schluss, der Körper sagt nein und der innere Schweinehund siegt. Nun isst man wieder alles worauf man Lust hat und hat obendrein noch ein teures Zweijahresabonnement im Fitnessstudio abgeschlossen. Selbst wenn Sie es volle 8 Wochen durchziehen, was kommt dann. Sobald Sie aufhören sind die Pfunde direkt wieder da (JoJo-Effekt) oder wieso Preisen die ganzen Fitnesszeitschriften immer neue Diäten an. Würden diese Magazine sich noch verkaufen, wenn jede dieser Diäten funktionieren würde?
„Oft stand die Schlagzeile bevor es eine Geschichte gibt und diese anschließend herbeifantasiert wurde. Dass Leser oft enttäuscht sind, wenn sich die Sensation vom Cover als zigfach durchgekauter Standardtipp entpuppt, ist einkalkuliert. Laut Marktforschungen sind die meisten Leser „Gelegenheitskäufer“ – bis sie das nächste mal zuschlagen, ist der Hunger nach Versprechen längst wieder größer als der Frust der Produktenttäuschung.“ (Zitat Christo Foerster in seinem Buch „Neo Nature“, ehemaliger Chefredakteur von „Fit for Fun“)

Um wirklich etwas zu ändern, um für uns selbst voranzukommen und zwar nachhaltig, müssen wir ans Eingemachte. Wir müssen Hinterfragen. Alles.

Lassen Sie sich von mir inspirieren und sich Wege zeigen, es ist einfacher wie Sie jetzt vielleicht denken.

Fangen wir bei der Fitness an. Ich behaupte, dass Fitnesstraining im Fitnessstudio nicht für jeden etwas ist. Wenn ich mir die Leute auf den Cross-Trainern oder den Maschinen anschaue sieht keiner glücklich aus, eher gequält und unmotiviert. Sie empfinden es als Zwang, den sie sich auferlegt haben um abzunehmen. Aber ist das gesund?
Gehen wir weg von dem Begriff „Fitness“ und hin zum Begriff „Bewegung“
Ich persönlich trainiere 5x die Woche im Fitnessstudio fast ausschließlich mit schweren freien Gewichten um Muskeln aufzubauen. Es macht mir Spaß! Dagegen hasse ich diese Cardio-Geräte regelrecht. Stattdessen gehe ich lieber Fahrrad fahren oder Wandern in der Natur um meine Bewegung zu bekommen.

Suchen Sie sich eine Bewegungsform die Ihnen Spaß macht, ob das nun Fußball, Auf Bäume klettern, Spazieren gehen, Tanzen, Sex oder irgendeine andere Form von Bewegung ist, spielt keine Rolle, Hauptsache sie machen es. Gehen Sie zum Beispiel beim Telefonieren auf und ab oder bauen Sie andere Bewegungsformen in ihren Alltag ein. Nehmen Sie die Treppe statt Fahrtstuhl und Rolltreppe.

Und damit sind wir beim ersten wichtigen Weg:

1. Machen Sie etwas, denn wie Sie nichts tun, wird auch nichts passieren!

Jeder der abnehmen oder fitter werden und nicht schnellstmöglich viele Muskeln haben möchte, dem empfehle ich nicht ins Fitnessstudio zu gehen, sondern sich eine oder am besten viele Aktivitäten zu suchen und diese in seinen Alltag zu integrieren. Denn Sport sollte Spaß machen und ein Ausgleich zum Alltag sein, dann ist er auch Gesund für unseren Körper. Wenn Sie es nun schaffen regelrechte Routinen zu entwickeln und eine Sportart/ Bewegungsform gefunden haben, die ihnen taugt, werden Sie sehr schnell erste Ergebnisse im physischen wie auch psychischen Bereich ihres Körpers entdecken.

Der zweite wichtige Punkt neben der Bewegung ist die Ernährung.

In diesem Bereich gibt es noch 1000mal mehr Mythen und Meinungen. Von Low Carb, zu Paleo, zu Atkins, Low Fat, nur Eiweiss., usw. Ich behaupte jeder muss für sich selbst seine eigene Ernährungsform finden. Denn jeder Mensch hat eigene Geschmäcker und Angewohnheiten, deshalb möchte ich hier eher Ihren eigenen Verstand ansprechen und ihnen logische und einfache Tipps geben.

Lassen Sie uns nun zuerst einmal einen Blick auf die „bösen“ Kalorien werfen, die sind nämlich gar nicht so böse, sondern Lebensnotwendig – deshalb sollten wir unser Essen als Lebensenergie betrachten. Ich habe letztens mit einem Freund mich über seine Diätversuche unterhalten und erfahren, dass er nur noch 1500 kcal jeden Tag isst und dazu noch eine Stunde laufen geht. Er schaute mich entsetzt an als ich ihm sagt er soll verdammt nochmal mehr essen, dass ist nicht Gesund. Er schaut mich entsetztz an: „ Er wolle doch abnehmen.“ War die Antwort.
Er ist 1,90m groß und hat zu dem noch angefangen Sport zu machen. Allein sein Kaloriengrundumsatz liegt bei 1850 kcal täglich.

Was ist Grundumsatz gemeint?
Mit Grundumsatz ist der Kalorienumsatz gemeint, den ein Mensch hat, wenn er den ganzen Tag regungslos daliegen würde. Sprich 0.0 Bewegung. Er setzt sich aus Größe, Alter, Geschlecht und Körperfettanteil zusammen. Es ist die Energie die der Körper benötigt um alle Lebensnotwendigen Funktionen aufrecht zu erhalten. Sprich Atmung, Blutfluss, Muskeln, Gehirnleistung, usw.

Hinzu kommen noch der Arbeits- und Freizeitumsatz.
Mein Freund arbeitet in einem Büro, also überwiegend sitzend, genau wie wir Studenten. Dennoch führt diese geringe Bewegung zu schon zu einem zusätzlichen Arbeitsumsatz von ca. 500 Kalorien für unseren Körper. Auch das Gehirn benötigt Kalorien, sowie jede nur so kleine Bewegung.
Nun fehlt aber noch der Freizeitumsatz wo er eine Stunde laufen geht, wo er nochmal gute 300 kcal verbrennt.
Haben Sie es mittlerweile schon bemerkt? 1850+ 500+ 300= 2650 kcal

2650 die er jeden Tag verbraucht und dabei isst er nur 1500, also hat er täglich ein Kaloriendefizit von 1.150 Kilos, aber ist das gesund? Nein!

Genau hier entsteht der berühmte JoJo-Effekt. Um ein Kilo Fett zu verbrennen und somit abzunehmen muss man ein Kaloriendefizit von 7000 Kcal erreichen. Dieses erreicht mein Kumpel durch sein hohes Kaloriendefizit also innerhalb einer Woche. Aber glauben Sie er hält dieses Defizit lange durch? Er hat es nicht mal 2 Wochen durchgehalten und die Kilos waren auch ganz schnell wieder oben.

Gesund hingegen ist ein Kaloriendefizit von 300-500 Kalorien. Dann läuft man auch nicht Gefahr, dass der Körper die einzelnen Muskeln abbaut um an seine fehlende Energie zu kommen. Denn Muskeln sind biologisch gesehen das unwichtigste im Körper… mit Fett kann man länger überleben in einer Notsituation.

Zugegeben mit einem Defizit von 300 Kalorien braucht man länger. Um genau zu sein 23,3 Tage um 7000kcal ins Defizit zu kommen. Jetzt überlegen Sie aber einmal, 23 Tage lang müssen Sie ein Defizit von 300 kcal erarbeiten, dass ist durchaus machbar und dafür haben Sie dann ein Kilo weniger. Ich gebe ihnen ein Beispiel: 300 kcal sind ein 0,5 Liter Bier weniger oder eine halbe Stunde joggen täglich. Wer es schneller möchte mit 500 kcal brauchen Sie nur 14 Tage.

Woher weiß ich meinen Kalorienverbrauch?

Dafür gibt es wissenschaftliche Formeln, aber auch ganz einfache Kalorienrechner im Internet.

Den der Uni Hohenheim:
https://www.uni-hohenheim.de/wwwin140/info/interaktives/energiebed.htm

Ich empfehle, aber den von MicsBodyShop, er ist brutal genau und sehr unkompliziert:
http://www.micsbodyshop.de/kalorienrechner

Woher weiß ich denn, wie viele Kalorien ich zu mir nehme?

Ja in der tat ist das Verpackungen lesen schon nervig und wenn man unterwegs ist, weiß man auch nicht genau was drin ist.

Eine Abhilfe schaffen hier tolle Apps wie MyFitnessPal oder FDDB (auch Internetpotal) wo man sich ein digitales Kalorientagebuch schaffen kann. Das tolle dabei ist, man kann mit der App die QR- Codes der Verpackungen direkt einscannen und erfährt wie viel Kalorien das Produkt hat. Auch sind bekannte Marken wie Hans im Glück oder Backwerk schon mit manchen Produkten direkt vertreten und bei anderen Lebensmitteln kann man sich zumindest einen Bild des Kaloriendurchschnitts machen.

Ich empfehle jedem der ernsthaft abnehmen möchte, mindestens einen Tag, besser noch eine Woche, alles ein zutragen in einer solchen App, was er zu sich nimmt. Vor allem auch die Getränke! Denn ein halber Liter Cola hat schon gute 250 kcal. So erkennt man Einsparungspotential und sieht vielleicht, dass man gar nicht weniger essen muss, oder auf gar nicht so viel wie gedacht verzichten muss.

Ist eine Kalorie gleich eine Kalorie?

In der Theorie ja, so lange Sie weniger Kalorien essen, nehmen Sie ab. In der Praxis hat jede Kalorie einen bestimmten Nutzen für unseren Körper.

Dazu schauen wir erst einmal welche Energie unsere Nahrung enthält:

1g Fett = 9 kcal
1g Kohlenhydrate = 4 kcal
1g Protein = 4 kcal
1g Alkohol = 7 kcal

Hier sieht man schon, dass Fett mehr als doppelt so viele Kalorien hat wie Kohlenhydrate oder Proteine. Sie können also schon eine Menge Kalorien sparen indem Sie die Butter weglassen oder das Öl beim Salat, denn ein Esslöffel voll Öl hat schon 90 Kalorien. Ich habe Ihnen hier ein Bild eingefügt um zu veranschaulichen, dass in der Praxis eine Kalorie nicht gleich eine Kalorie ist:

kalorien